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Ein Kunde ruft an. Der Drucker funktioniert nicht.

Ich komme vorbei, behebe das Problem. Während ich arbeite, erzählt er nebenbei, wie sein Team arbeitet. Diese Nebensätze sind Gold wert.

„Die Daten müssen wir doppelt eingeben.“

„Das dauert immer ewig, bis wir die Informationen haben.“

„Jede Abteilung macht ihr eigenes Ding.“

Der Drucker ist in zehn Minuten repariert. Das eigentliche Problem wird seit Jahren ignoriert.

Das Symptom ist nie das Problem

Wenn Mitarbeiter Daten doppelt pflegen müssen, liegt das nicht an faulen Mitarbeitern. Es liegt an zu vielen Leitsystemen, die nicht miteinander sprechen.

Eines für CRM. Eines für Operatives. Eines für Planung. Überall nur Daten, die vorher quer manuell übertragen wurden.

Wie kommt es dazu?

Weil Teamleitungen ihr „Ding“ machen und der Chef sich drauf verlässt. Das passiert nicht absichtlich. Man wächst da einfach rein.

Ein Tool hier. Eine Lösung dort. Jede Entscheidung macht in dem Moment Sinn. Aber nach ein paar Jahren hast Du fünf verschiedene Systeme, die alle ein bisschen Chef spielen wollen, aber keins das volle Bild hat.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Technische Schulden machen 20 bis 40 Prozent des Wertes Deines gesamten Technologie-Portfolios aus. Das ist nicht nur ein IT-Problem. Das ist ein direkter Angriff auf Deine Profitabilität.

Die versteckte Steuer auf unstrukturiertes Wachstum

Mitarbeiter verschwenden 5,3 Stunden pro Woche damit, auf Daten von Kollegen zu warten oder Informationen neu zu erstellen, die bereits existieren.

Bei einem 100-Mitarbeiter-Unternehmen mit durchschnittlich 75.000 Dollar Gehalt pro Person bedeutet das etwa 1,02 Millionen Dollar an Produktivitätsverlusten. Pro Jahr.

Das ist die versteckte Steuer auf unstrukturiertes Wachstum.

Aber es wird noch schlimmer. Fast 70% der Organisationen sehen technische Schulden als hochgradig einschränkend für ihre Innovationsfähigkeit. Wenn Dein Drucker nicht funktioniert, ist das eigentliche Problem nicht der Drucker. Es ist die Tatsache, dass Du gar nicht weißt, welche strategischen Initiativen gerade blockiert sind.

Ein großes B2B-Unternehmen stand vor einem qualvollen Dilemma: 70% der Modernisierungsinitiativen, die eine Margenausweitung von 2 Milliarden Dollar bringen könnten, hingen von Technologie ab, die unglaubliche 400 Millionen Dollar kosten würde. Der Grund für diesen hohen Preis? Der Tech-Stack war nach Jahren des Bauens schneller Workarounds und einmaliger Lösungen massiv komplex geworden.

Genau das passiert, wenn „Der Drucker funktioniert nicht“ mit einem Pflaster gelöst wird statt mit Systemdenken.

Fragmentierung entsteht organisch

Im Durchschnitt nutzen kleine Unternehmen 22 Software-Anwendungen für verschiedene Zwecke. Diese Zahl steigt auf 788 für große Unternehmen mit mehr als 50.000 Mitarbeitern.

Die Fragmentierung ist kein „Enterprise-Problem“. Sie beginnt ab Tag 1 und wird mit jedem neuen Tool schlimmer, wenn keine integrative Architektur existiert.

Im Laufe der Zeit entsteht eine fragmentierte Tool-Kette, bei der verschiedene Abteilungen auf unverbundenen Plattformen arbeiten, oft in proprietären Vendor-Ökosystemen eingeschlossen. Diese isolierten Tools behindern den Datenaustausch, erschweren Integrationen und schaffen brüchige Workflows.

Das ist kein böser Wille. Es ist organisches Wachstum ohne System.

Und genau hier liegt der Denkfehler: Unternehmer behandeln IT wie ein „Set it and forget it“-Thema, während es eigentlich eine lebendige Architektur ist, die ständige strategische Aufmerksamkeit braucht.

Shadow IT: Wenn Teamleiter „ihr Ding machen“

Bis zu 80% der Mitarbeiter führen Shadow IT ein, weil sie glauben, dass bevorzugte Software ihnen hilft, effizienter zu arbeiten als genehmigte Ressourcen.

Die Nutzung von Shadow IT könnte bis zu zehnmal höher sein als die bekannte IT-Nutzung. Die meisten Unternehmer haben keine Ahnung, wie fragmentiert ihre IT-Landschaft wirklich ist.

Das bestätigt genau, was ich im Feld sehe: Teamleitungen machen ihr „Ding“ und der Chef verlässt sich drauf. Man wächst da einfach rein.

Aber hier ist die Wahrheit: Jedes neue Tool ohne Integration ist eine neue Schuld. Und diese Schulden verzinsen sich exponentiell.

Die Illusion der schnellen Lösung

Aktuelle Studien zeigen, dass durchschnittlich 25% der Entwicklungsarbeit auf durch technische Schulden verursachte Probleme verschwendet wird.

Ein Viertel der gesamten IT-Kapazität geht nicht in Innovation oder strategische Projekte. Es geht in das Aufräumen alter Entscheidungen.

Das ist die versteckte Steuer auf unstrukturiertes Wachstum.

Und es wird noch drastischer: In der Stack Overflow Developer Survey 2024 nannten 62% der Entwickler technische Schulden als ihre größte Frustrationsquelle bei der Arbeit. Wenn selbst die technischen Experten frustriert sind, wie soll dann der Unternehmer durchblicken?

Was echte Entlastung bedeutet

Echte Entlastung entsteht nicht durch Delegation. Sie entsteht durch strukturelle Neukalibrierung.

Wenn ich mit Kunden arbeite, beginne ich nicht beim Tool. Ich beginne beim Geschäftsmodell. Ich frage nicht „Welches CRM brauchst Du?“, sondern „Wie soll Dein Unternehmen in drei Jahren funktionieren?“

Die meisten „Entlastungsversprechen“ schaffen nur neue Abhängigkeiten. Ein IT-Dienstleister, der Tickets abarbeitet, löst Symptome. Ein Systemarchitekt baut Fundamente.

Der Unterschied liegt in der Perspektive:

Dienstleister denken in Problemen. Systemarchitekten denken in Zusammenhängen.

Dienstleister reagieren. Systemarchitekten antizipieren.

Dienstleister liefern Lösungen. Systemarchitekten bauen Infrastruktur.

Kontrolle ohne Mikromanagement

Viele Unternehmer pendeln zwischen Mikromanagement und Blindflug. Entweder sie kontrollieren jedes Detail oder sie haben keine Ahnung, was in ihren Systemen passiert.

Aber Kontrolle bedeutet nicht Mikromanagement. Kontrolle bedeutet Sichtbarkeit.

Wenn Deine Systeme miteinander sprechen, brauchst Du sie nicht zu überwachen. Du siehst, was passiert. Du verstehst, wo Engpässe entstehen. Du kannst strategische Entscheidungen treffen, weil Du Daten hast, keine Bauchgefühle.

Das ist der Unterschied zwischen einem Unternehmen, das vom Gründer abhängt, und einem Unternehmen, das skaliert.

Skalierung beginnt mit Unabhängigkeit

Systeme müssen ohne den Gründer funktionieren. Das ist keine Option. Das ist Voraussetzung für Wachstum.

Wenn Du jeden Morgen aufwachst und Dein Unternehmen nur läuft, weil Du da bist, hast Du kein Unternehmen. Du hast einen Job mit mehr Verantwortung.

Echte Skalierung entsteht, wenn Deine Systeme so gebaut sind, dass sie Entscheidungen ermöglichen, nicht blockieren. Wenn Deine Mitarbeiter Zugriff auf die Informationen haben, die sie brauchen, ohne Dich zu fragen. Wenn Deine Prozesse so dokumentiert sind, dass neue Teammitglieder produktiv werden können, ohne dass Du jeden Schritt erklären musst.

Das ist keine Technologie-Frage. Das ist eine Architektur-Frage.

Integration ist kein Projekt

Integration ist kein einmaliges Projekt. Es ist ein fortlaufender Prozess im Herzen der digitalen Transformation.

Das ist der fundamentale Denkfehler: Unternehmer behandeln IT wie ein „Set it and forget it“-Thema, während es eigentlich eine lebendige Architektur ist, die ständige strategische Aufmerksamkeit braucht.

Aber hier ist die gute Nachricht: Wenn Du einmal die richtige Architektur hast, wird Wartung einfacher. Nicht weil die Technologie sich selbst wartet, sondern weil alles miteinander spricht.

Wenn ein System ein Problem hat, siehst Du es sofort. Wenn ein Prozess optimiert werden muss, weißt Du genau wo. Wenn ein neues Tool integriert werden soll, gibt es bereits die Schnittstellen dafür.

Die Frage ist nicht „Wie löse ich dieses Problem?“

Die Frage ist: „Welche Unternehmen sind bereit für diese Art von Transformation?“

Nicht jeder Unternehmer ist bereit, seine IT-Landschaft strukturell neu zu denken. Viele wollen nur den Drucker repariert haben.

Aber die Unternehmer, die verstehen, dass IT kein Kostenfaktor ist, sondern ein Wachstumsmultiplikator – die sind bereit.

Die Unternehmer, die erkennen, dass Komplexität durch fehlende Integration entsteht, nicht durch fehlende Tools – die sind bereit.

Die Unternehmer, die wissen, dass Skalierung mit Unabhängigkeit beginnt – die sind bereit.

Und für die baue ich Systeme, die nicht nur funktionieren, sondern Wachstum ermöglichen.

Der Drucker ist nur ein Symptom. Die Frage ist: Bist Du bereit, das eigentliche Problem zu lösen?