Wer seinen Server im eigenen Büro haben will, will meistens die Kontrolle behalten. Ich verstehe das, wirklich. Wer seinen Server sehen kann, hat ihn gefühlt im Griff. Und Kontrolle über die eigenen Daten ist ein berechtigter Wunsch.
Die Frage ist nur, was du mit dem Server im Büro alles mitkontrollieren musst.
Ist ein eigener Server im Büro überhaupt noch sinnvoll?
Manchmal ja, dazu weiter unten mehr. In den meisten Fällen bezahlst du das Gefühl von Kontrolle aber mit Aufgaben, die du nicht siehst: Strom, Kühlung, Zutritt, Ersatzteile und die Frage, wer nachsieht, wenn das Internet weg ist. Im Büro hängt das alles an dir. Im eigenen Serverraum bist du allein. Drei Szenarien zeigen, was das heißt.
Was passiert, wenn bei uns das Internet ausfällt?
Ein Kunde wollte seinen Server im eigenen Büro stehen haben. Ich habe ihm gesagt, was daran hängt: Fällt bei ihm das Internet aus, ist der Server mit weg, und niemand sieht, was in der Zwischenzeit kaputtgeht. Er hat sich anders entschieden. Als der Server später ausfiel, war das Internet weg, und die Defekte, die währenddessen entstanden waren, hatte niemand bemerkt.
Der Grund ist schlicht. Die Überwachung (Monitoring) sieht einen Server nur, solange er erreichbar ist. Steht er im Büro und die Leitung ist tot, ist er für jede Überwachung unsichtbar. Im Rechenzentrum fällt genau das auf, bevor daraus ein Ausfall wird.
Ehrlich dazu: Fällt dein Internet aus, erreichst du vom Büro aus auch den Server im Rechenzentrum nicht. Der Unterschied ist, was in der Zwischenzeit passiert. Der Server läuft weiter und wird weiter überwacht. Und wer im Homeoffice oder unterwegs ist, arbeitet weiter.
Was, wenn bei uns eingebrochen wird?
Ein Netzwerkspeicher im Büro (NAS) ist schnell abgesteckt und weggetragen. Sind die Platten nicht verschlüsselt, baut sie jemand aus und liest alles, was darauf liegt: Angebote, Verträge, Personaldaten. Der Schaden ist dann doppelt. Deine Daten sind weg, und sie sind bei jemand anderem. Liegen personenbezogene Daten darauf, kann daraus zusätzlich eine Meldepflicht nach der DSGVO werden.
Liegt die Datensicherung auf demselben Gerät oder im selben Raum, ist sie gleich mit weg. Eine Datensicherung soll aber genau dann helfen, wenn das Büro abbrennt. Im Büro geht das nur mit einer zweiten Kopie außer Haus.
Rechenzentren regeln den Zutritt, überwachen ihre Räume und haben Personal vor Ort. Verschlüsseln solltest du trotzdem, egal wo der Server steht.
Wer kümmert sich um Strom, Kühlung und Hardware?
Im Büro: du. Ein Server erzeugt Wärme, und im Sommer wird der Abstellraum schnell zu warm. Fällt der Strom aus, ist der Server aus, wenn keine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) davor hängt. Geht ein Teil kaputt, wartet der Server auf Ersatz und auf einen Termin.
Im Rechenzentrum stehen Techniker hinter dir. Um Strom, Kühlung und Hardware kümmert sich deren Personal, um deine Systeme SNKB im Rahmen der IT-Betreuung. Die Server-Umgebung von SNKB steht bei Hetzner und netcup und ist von SNKB aufgesetzt und betrieben. Bei einer Störung sieht SNKB deshalb selbst nach, statt in der Support-Kette eines Dritten zu warten.
Kann ich sagen, dass meine Daten in Deutschland liegen sollen?
Sagen kannst du es immer. Wichtig ist, dass du vor dem Umzug weißt, wo deine Systeme landen. Frag deinen Dienstleister danach, bevor etwas umzieht. Die Server-Umgebung von SNKB steht bei Hetzner und netcup, zwei deutschen Anbietern mit Rechenzentren in Deutschland. Lass dir den Standort vor dem Umzug schriftlich geben, bei jedem Anbieter.
Hinter dem Wunsch nach dem Server im Büro steckt oft genau diese Frage: Wo liegen meine Daten, und wer kommt dran? Die Antwort darauf hängt nicht am Büro, sondern an Standort, Zutritt und Verschlüsselung.
Wann ist der Server im Büro trotzdem die richtige Wahl?
Es gibt Fälle, in denen er richtig ist:
- Große Dateien, langsame Leitung. Arbeiten deine Leute täglich mit sehr großen Dateien, etwa Plänen oder 3D-Modellen, und trägt deine Internetleitung das nicht, ist der Speicher im Haus schneller.
- Geräte, die ohne Internet laufen müssen. Maschinen, Zutrittssysteme oder Anlagen, die auch bei toter Leitung weiterarbeiten müssen, brauchen ihren Server vor Ort.
- Eine Mischform. Gearbeitet wird im Haus, die Datensicherung liegt zusätzlich im Rechenzentrum.
Entscheidend ist, dass es eine bewusste Entscheidung ist. Ich lege dir das Risiko offen, in Ausfallzeit, nicht in Wahrscheinlichkeiten. Danach entscheidest du, auch gegen meine Empfehlung. Es muss ein bewusstes Risiko sein und kein übersehenes.
Entscheidungstabelle: Büro oder Rechenzentrum
| Frage | Server im Büro | Server im Rechenzentrum |
|---|---|---|
| Internet fällt aus | Server und Überwachung sind abgeschnitten, Schäden bleiben unbemerkt | Server läuft und wird weiter überwacht, vom Büro aus erst wieder mit Internet erreichbar |
| Einbruch, Diebstahl | Gerät ist schnell weggetragen, unverschlüsselt ist alles lesbar | Zutritt geregelt, Räume überwacht, Personal vor Ort |
| Strom und Kühlung | hängen an deinem Gebäude und deiner Ausstattung | Aufgabe des Rechenzentrums |
| Defekte Hardware | wartet auf Ersatzteil und Termin | Techniker des Rechenzentrums vor Ort, SNKB kümmert sich um deine Systeme |
| Standort der Daten | dein Büro | das Rechenzentrum des Anbieters, vorher erfragen |
| Große Dateien | schnell, weil im Haus | so schnell wie deine Internetleitung |
| Von außen zugreifen | über Fernzugriff, so schnell wie die Leitung deines Büros | von überall, wo Internet ist |
| Wer nachsieht | SNKB, solange dein Internet läuft | SNKB, auch wenn bei dir das Internet weg ist |
Wie kommt mein Server ins Rechenzentrum?
Als Projekt mit Festumfang und klarem Zeitplan. Was geliefert wird, wann es fertig ist und was es kostet, steht im Angebot, bevor SNKB das erste System anfasst. Was läuft, darf laufen: Umgebaut wird nur, was einen Grund hat, den du in einem Satz erklärt bekommst.
Nach der Abnahme übernimmt SNKB den Betrieb, wenn du willst. Ein Projekt ist aber keine Eintrittskarte in einen laufenden Vertrag. Details stehen bei den IT-Projekten. Die Geschichte vom Server, der ohne Internet unbemerkt kaputtging, steht ausführlicher im Beitrag Performantes Hosting ist keine technische Entscheidung. Wie so eine Empfehlung als Entscheidungsvorlage bei dir ankommt, zeigt der Beitrag Was macht ein externer Head of IT?
Häufige Fragen
Ist ein eigener Server im Büro für kleine Unternehmen sinnvoll?
Nur in bestimmten Fällen. Im Büro hängen Strom, Kühlung, Zutritt und Ersatzteile an dir, und bei einem Internetausfall sieht niemand mehr, was am Server passiert. Sinnvoll bleibt er, wenn große Dateien über eine langsame Leitung müssten oder Geräte vor Ort ohne Internet laufen müssen.
Kann ich festlegen, dass mein Server in Deutschland steht?
Frag danach, bevor etwas umzieht, und lass dir den Standort schriftlich geben. SNKB betreibt seine Server-Umgebung bei Hetzner und netcup, zwei deutschen Anbietern mit Rechenzentren in Deutschland.
Was passiert mit dem Server im Rechenzentrum, wenn bei mir das Internet ausfällt?
Er läuft weiter und wird weiter überwacht. Vom Büro aus erreichst du ihn erst wieder, wenn dein Internet zurück ist. Wer im Homeoffice oder unterwegs ist, arbeitet weiter.
Wer kümmert sich im Rechenzentrum um Strom, Kühlung und Hardware?
Das Personal des Rechenzentrums. Um deine Systeme darauf kümmert sich SNKB, und bei einer Störung sieht SNKB selbst nach, statt in der Support-Kette eines Dritten zu warten.
Ist ein NAS im Büro als Datensicherung genug?
Als einzige Sicherung nicht. Wird es gestohlen oder brennt das Büro, sind Original und Sicherung zusammen weg. Sind die Platten nicht verschlüsselt, kann jeder sie auslesen. Eine zweite Kopie gehört außer Haus.